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1. Mobilität in Europa stärken

Mobilität ist ein Wachstumsmotor ersten Ranges. Deutlich wird dies am Beispiel Logistik: Die Branche schafft seit Jahren kontinuierlich neue Arbeitsplätze. Mit Umsätzen in Höhe von rd. 960 Milliarden Euro rangiert sie hinter der Bau- und Ernährungswirtschaft europaweit auf dem dritten Platz. Ein reibungsloser grenzüberschreitender Verkehr ist nicht nur Voraussetzung für den Warenaustausch zwischen Produzenten und Konsumenten, sondern auch für Arbeit und Wohlstand in Europa.

Neben ihrer Bedeutung für die Wirtschaft steht zunehmende Mobilität auch für die Erfolgsgeschichte eines beispiellosen europäischen Einigungsprozesses: Grenzschranken gehören weitgehend der Vergangenheit an und die Freizügigkeit, Wohnsitz- und Niederlassungsfreiheit ermöglicht EU-Bürgern einen Arbeits- und Lebensstil auch außerhalb des eigenen Heimatlandes. Der damit einhergehende Zugewinn an persönlichen Gestaltungsmöglichkeiten führt zu einer stetig wachsenden und individualisierten Mobilitätsnachfrage, die europäische Lösungen verlangt.

Mobilität ist in der EU nur auf den ersten Blick grenzenlos. Wenn es um Verkehrsregeln, Rechtsverstöße oder Bußgelder geht, legt jedes Land weiterhin eigene Maßstäbe an. Reisende durch Europa sind einer Vielzahl von verwirrenden und teilweise widersprüchlichen Regelungen ausgesetzt. Der EAC macht sich stark für mehr Klarheit im EU-Verkehrsrecht und erarbeitet tragfähige Lösungen für die Herausforderungen des Verkehrswachstums – zur Förderung der Mobilität in Europa.


2. Verkehrsrecht harmonisieren

Wer auf der Straße durch Europa reist, muss sich mit unterschiedlichsten nationalen Regelungen auseinandersetzen. Als Beispiel sei die Vielzahl unterschiedlicher Straßennutzungsgebühren für PKW genannt, die eine Orientierung im europäischen „Maut-Dschungel“ erschwert. So ist nicht nur zwischen der streckenbezogenen Abgabe und der pauschalen Erhebung in Form einer Vignette oder Sondermaut für die Nutzung von Brücken, Tunnel oder auch Innenstadtbereichen zu unterscheiden, sondern auch die Fahrzeugkategorien zur Bestimmung der Mautsätze sind je nach Land unterschiedlich definiert.

Für den Autofahrer stellen die verschiedenen Mautsysteme eine Belastung und ein Mobilitätshindernis dar, die dem reibungslosen grenzüberschreitenden PKW-Verkehr in Europa entgegenstehen. Der EAC setzt sich daher für die Einführung einheitlicher Kriterien zur Erhebung der PKW-Maut in Europa ein. Ein gemeinsames europäisches Mautsystem für PKW kann die Mobilität zwischen den Mitgliedstaaten fördern und Grundlage für eine transparente Finanzierung und effektive Nutzung unserer Infrastruktur sein.

Pragmatische Einigungen erzielen

Verkehrsrechtliche Kernvorschriften müssen europaweit pragmatisch und kostengünstig harmonisiert werden. Für den EAC gilt: Spielregeln da abstimmen, wo dies der Transparenz, Verständlichkeit und Sicherheit dient und Überregulierung vermeiden, wo Anpassungen zu aufwändig und nicht verhältnismäßig sind.


3. Verkehrssicherheit verbessern

Die EU-Kommission gibt die Richtung vor: Trotz steigender Verkehrsdichte soll gemessen am Jahr 2010 die Zahl der Verkehrstoten auf europäischen Straßen bis 2020 um die Hälfte verringert werden – ein Ziel, das der EAC bedingungslos unterstützt.

Telematische Systeme spielen dabei eine besondere Rolle. So muss ab dem 31. März 2018 eCall in allen neuen Modellen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen installiert sein. Dieses System soll im Falle eines Verkehrsunfalls automatisch den Notruf 112 verständigen und helfen, dank zügig initiierter Rettungsmaßnahmen die Zahl der Verkehrstoten zu senken. Darüber hinaus schreiten die Entwicklungen für ein zunehmend automatisiertes und langfristig autonomes Fahren heran. Der Datenaustausch sowohl zwischen den Fahrzeugen, als auch zwischen den Fahrzeugen und der Infrastruktur eröffnet völlig neue Dimensionen, Unfälle zu vermeiden und den Verkehr sicherer zu gestalten.

Verlässliche Sicherheitstechnologien vorantreiben

Nutzerfreundliche Technologien können Menschenleben retten. Voraussetzung ist, dass die unterschiedlichen telematischen Systeme europaweit kompatibel sind. Zudem müssen Zulassung und Prüfung der Systeme einheitlichen Standards unterliegen. Nur wenn beide Bedingungen erfüllt sind, können sich Autofahrer auch im Nachbarland auf ihre Sicherheitstechnik verlassen. Darüber hinaus gilt es, Verbraucherrechte – etwa der Schutz von Personendaten bei automatischen Erfassungssystemen – zu wahren. Auch hierfür macht sich der EAC stark.


4. Nachhaltige Lösungen finden

Mehr Mobilität und Verkehr ist nur dann möglich, wenn das Wachstum nachhaltig stattfindet. Der EAC setzt sich für verkehrspolitische Lösungen ein, die wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte ausgewogen berücksichtigen.

Es gilt, jedes Verkehrsmittel optimal einzusetzen. Für stark frequentierte Innenstädte bedeutet das zum Beispiel, die Attraktivität und Qualität des öffentlichen Nahverkehrs zu steigern. Zugleich sollte die Infrastruktur für Fahrräder von der Straßenführung bis hin zu Abstellplätzen verbessert werden. In ländlichen Räumen hingegen ist und bleibt der Pkw unverzichtbar. Hier kommt es insbesondere darauf an, die Effizienz bei Autofahrten zu steigern. Intelligentes Mobilitätsmanagement, das auf die Bildung von Fahrgemeinschaften und eine bessere Abstimmung unterschiedlicher Verkehrsträger zur Förderung eines intermodalen Mobilitätsverhaltens abzielt, weist hier den Weg.

Dialog fördern

Der EAC steht für nachhaltige Verkehrskonzepte, die alle Verkehrsteilnehmer mit einbeziehen. Europa bietet die Möglichkeit, voneinander zu lernen: Wie gehen andere Länder die Herausforderungen an? Welche Ideen für eine effiziente und nachhaltige Mobilität werden dort gegenwärtig entwickelt? Was kann auf die europäische Ebene übertragen werden? Der EAC als Partner für Mobilität bringt diesen Dialog und Wissensaustausch voran.